Haut und Hautanhangsgebilde

Aus Vonrudorff
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Haut. Die Haut (Kutis) lägt sich in zwei Schichten unterteilen: Epidermis (epithelial) und Korium (bindegewebig), die nach unten von der bindegewebigen Subkutis abgegrenzt sind, mit der sie in enger funktioneller Beziehung stehen.

Die Epidermis besteht aus einem mehrschichtigen, verhornten Plattenepithel, bei dem man verschiedene Schichten unterscheidet (von basal nach apikal):

  • Stratum germinativum (Regenerationsschicht, bestehend aus Stratum basale und Stratum spinosum, Melanozyten und Melaninpigment enthaltend),
  • Stratum granulosum (Körnerschicht, beginnendes Absterben der Zellen), Stratum lucidum (Übergang zur Verhornung) und ganz apikal
  • Stratum corneum (Hornschicht).

Man unterscheidet Leisten­- und Felderhaut. Die Leistenhaut findet sich nur an Fuß‑ und Handflächen (Fingerabdruck) und besitzt weder Melaninpigmentierung noch Haare und Talgdrüsen.

Das bindegewebige Korium (Lederhaut) besitzt einerseits eine lockere Schicht, die sich als Koriumpapillen in die Epidermis vorschiebt, und andererseits eine straffe Schicht, die die Stabilität des Koriums bewirkt (Leder!). Das Korium (vor allem die Papillen) enthält im Gegensatz zur Epidermis zahlreiche Blutgefäße.

Die Subkutis besteht aus meist lockerem Bindegewebe und enthält zahlreiche Fettzellen (Unterhautfettgewebe als Speicherfett). In der Subkutis sind zahlreiche Hautanhangsorgane lokalisiert (Haarbälge, Schweiß‑ und Talgdrüsenendstücke).

Die Funktionen der Haut sind in erster Linie:

  • Schutzfunktionen: Schutz vor mechanischer, chemischer und thermischer Schadeinwirkung, Schutz vor dem Eindringen von Krankheitserregern, Regulation des Wasserhaushaltes und Regulation der Körpertemperatur.
  • Sinnesfunktionen: Wahrnehmung von mechanischen, thermischen und Schmerzreizen mit jeweils spezifischen Rezeptoren.

Hautanhangsgebilde. Darunter versteht man in erster Linie Haare, Talgdrüsen, Schweißdrüsen und Nägel (die Brustdrüse, Mamma, ist zwar Hautdrüse, wird aber nicht primär dermatologisch erörtert).

Mit Ausnahme der Leistenhaut finden wir an allen Körperpartien Haare. Sie sind mit der Haarwurzel in der Haut bis hinab in die Subkutis verankert und ragen mit dem Haarschaft über die Epidermis hinaus. Der Haarschaft besteht aus Hornsubstanz (Keratin), während die Haarwurzel lebende Zellen enthält, die für die Nachbildung des Haars und seine Ernährung zuständig sind. Die Haare dienen beim Menschen weniger dem Wärmeerhalt als vielmehr der differenzierten Berührungsempfindlichkeit der Haut, da sie viele afferente Nervenendigungen besitzen.

In den die oberen Wurzelanteile umgebenden Haartrichter münden Talgdrüsen. Sie sind holokrine Drüsen, die ein dickflüssiges, fettiges Sekret produzieren, das die Hautoberfläche geschmeidig hält und vor Flüssigkeitsein‑ und ‑austritt (Verdunstung) schützt.

Bei den Schweißdrüsen unterscheidet man ekkrine und apokrine Drüsen. Die apokrinen kommen nur an bestimmten Stellen des Körpers vor (z.B. Achselhöhle, Perianalbereich) und unterscheiden sich in der Sekretzusammensetzung, im Sekretionsmechanismus und in der Morphologie von den ekkrinen Schweißdrüsen.

Die Schweißdrüsenendstücke befinden sich in der Subkutis und senden einen langen Ausführungsgang durch Korium und Epidermis zur Hautoberfläche (ekkrine Schweißdrüsen) oder in einen Haartrichter (apokrine Schweißdrüsen).

Die Schweißdrüsen dienen primär der Temperaturregulation (Wärmeabgabe durch Verdunstung). <img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/cbffac6fdc3b4436aa852e77222d70d4" width="1" height="1" alt=""></img>